Fließestrich

Fließestrich wird in flüssiger Form mit einem Schlauch eingebracht. Er verteilt sich in kurzer Zeit auf dem Boden und ist selbstnivellierend. Fließestrich bietet etliche Vorteile: er ist schnell und einfach einzubringen, das Verdichten vollzieht sich sehr effektiv, er ist hervorragend für die Kombination mit einer Fußbodenheizung geeignet, erlaubt geringere Estrichdicken und schwindet beim Trocknen auch weniger als herkömmlicher Zementestrich.

1. Was ist Fließestrich?

Fließestrich wird so genannt, weil er sich fließend verteilt und nicht mühsam mit einer Schaufel an allen Stellen eingebracht werden muss. Der Baustoff kommt als Trockenmörtel-Sackware auf die Baustelle. Um ihn in flüssige Form zu bringen, wird er mit Wasser angerührt und mit einem Schlagbesen durchgerührt, damit er von Luftbläschen befreit wird. Dann wird er mithilfe einer Pumpe und eines Gießschlauchs auf dem Boden verteilt und mit einer Schwabbelstange bearbeitet. Die flüssige Estrichmasse breitet sich von alleine über die gesamte Fläche aus. Fließestrich gibt es in mehreren Varianten: als Calciumsulfat-Fließestrich (CAF oder CFE), Zement-Fließestrich (CTF) oder fließenden Schnellestrich.

2. Vorteile von Fließestrich

2.1 Schnelles und einfaches Einbringen des Estrichs

Der erste Vorteil von Fließestrich gegenüber konventionellem Estrich besteht im schnellen und einfachen Einbringen des Estrichs. Fließestrich verteilt, nivelliert und verdichtet sich mehr oder weniger von selbst. Der Estrich wird mit einem Schlauch eingebracht und verteilt sich in kurzer Zeit auf dem Boden. Das geht viel schneller als das Einbringen eines gewöhnlichen Estrichs von Hand bzw. mit einer Schaufel. Hinzu kommt der Umstand, dass Fließestrich selbstnivellierend ist. Die Estrichmasse wird durch die Schwerkraft von alleine völlig glatt und es entsteht eine einheitliche Bodenhöhe. Bei Fließestrich entsteht also ohne menschliches Zutun eine besonders ebene Fläche, während andere Nassestriche in Handarbeit gründlich glattgestrichen werden müssen, was einerseits viel Zeit in Anspruch nimmt und andererseits auch selten perfekt gelingt. Wenn also große Fliesen als finaler Bodenbelag vorgesehen sind, ist Fließestrich die bessere Wahl und überhaupt bietet dieser Estrich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als andere Estricharten.

2.2 Einfaches und effektives Verdichten des Estrichs

Nachdem das flüssige Estrichmaterial auf dem Boden mit einer Schwabbelstange bearbeitet worden ist, sind darin kaum noch Poren oder Lufteinschlüsse vorhanden. Konventioneller Nassestrich muss dagegen unter großer Kraftanstrengung aufwändig verdichtet werden. Doch das gelingt immer nur teilweise und vor allem in den tiefer gelegenen Schichten werden nicht alle Lufteinlagerungen und Poren beseitigt. Aus diesem Grund muss ein konventioneller Estrich vergleichsweise dick ausgeführt werden, damit er stabil genug und an allen Stellen gleichermaßen belastbar ist. Fließstrich hingegen ist sehr druck- und biegefest und weist bei einer viel dünneren Ausführung die gleiche Belastbarkeit auf. Bei anderen Estrichen kann es auch vorkommen, dass der Baustoff nach einiger Nutzungszeit am Rand absinkt. Im Gegensatz dazu ist Fließestrich ausgesprochen trittsicher. Im Keller oder in der Garage kann er ohne weitere Behandlung als Nutzestrich dienen, im Wohnbereich sollte er allerdings versiegelt (Sichtestrich) oder mit einem Oberbodenbelag als Nutzschicht versehen werden. Aufgrund seines dünnen Aufbaus ist auch die Trocknungszeit kurz. Calciumsulfat-Fließestrich (der am häufigsten verwendete Fließestrich) benötigt zum Trocknen etwa sieben bis zehn Tage bzw. eine Woche pro cm Estrichdicke. Die Trockenzeit lässt sich durch kräftiges Heizen oder einen technischen Trockner noch weiter verkürzen, falls das verwendete Estrichmaterial das zulässt.

2.3 Kombination mit einer Fußbodenheizung

Seine geringe Porosität und seine selbstverdichtenden Eigenschaften machen Fließestrich zum idealen Baustoff für die Kombination mit einer Fußbodenheizung. Er fließt zuverlässig in jeden Winkel und umschließt die Elemente der Fußbodenheizung gleichmäßig. Weil die Heizungsrohre lückenlos von einem luftblasenfreien Estrich umschlossen sind, kann die Fußbodenheizung effektiver arbeiten, denn die Wärme des in den Rohren fließenden Heizwassers gelangt schneller an die Bodenoberfläche und wird gleichmäßiger verteilt. Auch Wärmebilder zeigen, dass eine von Fließestrich umschlossene Fußbodenheizung den Boden schneller aufheizt als eine Fußbodenheizung in einem konventionellen Estrich.

2.4 Geringer Schwund und durchgängige Bodenoberflächen

Die meisten Fließestriche werden als Calciumsulfat-Fließestriche (CFE) ausgeführt. Das Bindemittel Calciumsulfat bringt den Vorteil mit sich, dass der Estrich beim Trocknen vergleichsweise wenig schwindet. Zementestriche schwinden relativ stark, weshalb Bewegungsfugen in die Bodenfläche eingearbeitet und auch in den Bodenoberbelag übernommen werden müssen. Fließestrich dagegen ermöglicht durchgängige Bodenoberflächen ohne Bewegungsfugen.

3. Fließestrich – Preis

Beim meistgekauften Calciumsulfat-Fließestrich beträgt der Preis für Material und Verlegung etwa 14 bis 22 €/m2. Falls Sie Ihren Fließestrich anschleifen lassen möchten, um einen optisch ansprechenden Sichtestrich zu erhalten, müssen Sie noch etwa 1,50 bis 3 €/m2 hinzurechnen. Die Materialkosten sind zwar etwas höher als beim gewöhnlichen Zementestrich, doch darf man nicht vergessen, dass der Materialbedarf bei diesem größer ist, da er in einer dickeren Schicht eingebracht werden muss. Falls ein Fließestrichnetz notwendig ist, kommen noch weitere 2,50 – 4 dazu.

 

 

herrkömmlicher Zementestrich

1. Estrichdicke

In Einfamilienhäusern wird in der Regel der herkömmliche Zementestrich mit einer Stärke von ungefähr C 16/20 eingesetzt. Dieser klassische Estrich besteht aus natürlichem Sand, Zement, sauberem Wasser und PE Verstärkungsfasern. Der Zementestrich sollte mindestens 4,5 cm und maximal 8 cm dick sein. Als Standard wird eine Estrichdicke von 5 bis 6 cm verwendet. Der Zementestrich wird in der Regel über einer Schicht Wärme- und Schalldämmung aufgetragen, von der er durch eine zusätzliche Schicht Folie getrennt wird.

2. Estrichsicke beim Heizestrich

Die Dicke eines Heizestrichs muss genau stimmen, da ein zu dicker Estrich eine Phasenverschiebung verursachen kann. Dickere Bodenbeläge benötigen mehr Zeit, um sich aufzuheizen und folglich wird auch der Raum mehr Zeit brauchen, um sich zu erwärmen.

Die Mindestdicke von Estrichen wird durch die ÖNORM B 3732 geregelt, für Fußbodenheizungen kommt noch die ÖNORM B 2242-2 hinzu. Ein Heizestrich in einer Wohnung muss mindestens 4 cm dick sein. Wenn man nämlich für die Fußbodenheizung Systemplatten mit Stiften verwendet, fließen 1,5 cm Estrich zwischen die Stifte, und damit liegt die endgültige Dicke des Estrichs bei 5,5 cm. Im Regelfall ist ein Estrich über einer Fußbodenheizung zwischen 5 und 6 cm dick, je nach Hersteller der Heizrohre.

Wenn man Systemplatten mit den Stiften verwendet, ist der Aufbau des Bodenbelags wie folgt: oberhalb der Platte befindet sich eine erste Schicht aus Dämmmaterial und eine Schicht aus Styropor EPS 100. Darauf folgen die Systemplatten mit Stiften von 5,5 cm Länge. Über die Platten wird der Estrich gegossen, dieser ist 5 bis 6 cm dick. Auf den Estrich wird der finale Bodenbelag verlegt.