Thomas Urselmann
Thomas Urselmann

Informatives-Wärme-Schall-Vorschriften

Wer auf hohe Decken und den besonderen Charme von Altbauten steht, sollte sich vor einer Sanierung ebenfalls mit den neuen Klimaschutzvorschriften vertraut machen.

Öl- oder Gasheizkessel, die vor 1978 eingebaut wurden, müssen sofort ausgetauscht werden. Das lohnt sich, da die Oldies etwa 30 bis 40 Prozent der eingesetzten Energie verschwenden. Niedertemperatur- oder Brennwertkessel dürfen bleiben, sind bei den betroffenen Anlagen aber sehr selten.

Verschärft hat der Gesetzgeber auch die Pflicht, die oberste Geschossdecke eines Altbaus zu einem unbeheizten Dachraum zu dämmen: Nicht begehbare Decken müssen sofort mit 14 bis 16 Zentimeter starkem Dämmstoff belegt werden. Ab 2012 gilt dies auch für begehbare Decken, zum Beispiel in einem Speicher, der für Lagerzwecke oder zum Wäschetrocknen genutzt wird. In beiden Fällen kann alternativ auch das Dach gedämmt werden.
Ebenfalls sofort müssen Heizungs- und Warmwasserrohre mit Dämmschalen ummantelt werden. Die Dicke der Dämmung richtet sich nach der Dicke des Rohres.
 

Keine Regel ohne Ausnahme


Bei aller Konsequenz in seinem Einsatz für den Klimaschutz hat der Gesetzgeber allerdings auch einige Ausnahmeregelungen geschaffen, die vor allem Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern beruhigen dürften. Hier muss nur nachgerüstet werden, wenn das Haus seit dem 1. Februar 2002 verkauft oder vererbt wurde. Der neue Eigentümer hat nach dem Kauf zwei Jahre lang Zeit, seiner Pflicht nachzukommen.

Ausnahmen von den Nachrüstpflichten gelten auch, wenn diese auf lange Sicht unwirtschaftlich sind, zum Beispiel wenn ein komplizierter Einbau hohe Zusatzkosten verursacht.

Eine Sonderregelung betrifft Eigentümer und Mieter von ausschließlich mit Strom beheizten Mehrfamilienhäusern mit mehr als fünf Wohnungen: Vor 1990 eingebaute elektrische Nachtspeicherheizungen müssen bis 2020 durch effizientere Heizsysteme ersetzt werden. Für Nachtspeicherheizungen, die nach 1990 installiert wurden, ist nach 30 Jahren Schluss.

 

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Pflicht und Kür bei der Altbausanierung

 

 

Bei allem Charme können ältere Wohnhäuser oftmals kaum ihre baulichen Mängel verbergen: Durch die meist sehr dünnen Wände entweicht im Winter viel Wärme, das Raumklima ist ungemütlich, im schlimmsten Fall zieht es. Insbesondere wenn ohnehin Reparaturen anstehen oder wenn ein vorhandenes Gebäude den Besitzer wechselt, drängt sich eine energiebewusste Modernisierung auf.

So lassen sich durch eine Verbesserung der Wärmedämmung an Außenwänden und Fenstern, Dach und Kellerdecke nicht nur die Heizkosten senken, sondern auch ein behaglicheres Raumklima durch wärmere Wände und Böden erzeugen. Je nach konkretem Zustand des Gebäudes schlägt der Architekt oder die Architektin als weitere Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs die Modernisierung der Heizungsanlage, den Einbau einer Lüftungsanlage oder die Nutzung von Sonnenenergie vor.

 

Jenseits der freiwilligen Entscheidungen sind Hausbesitzer aber seit dem 1. Februar 2002 in einigen Bereichen dazu verpflichtet, bestehende Gebäude nachzurüsten. Im Rahmen der globalen Bestrebungen, den Ausstoß klimaschädlicher CO2-Emissionen zu mindern, schreibt der Staat mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Modernisierung von Heizanlagen und bestimmte Dämmungen vor. Konkret heißt das: Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, sind mit Ausnahme einiger energiefreundlicher Techniken bis zum 31. Dezember 2006 außer Betrieb zu nehmen.

Spätestens zu diesem Termin müssen auch Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die in unbeheizten Räumen wie zum Beispiel dem Keller liegen, gedämmt sein. Auch für sogenannte nicht begehbare, jedoch zugängliche oberste Geschossdecken ist eine entsprechende Dämmung vorgeschrieben. Damit sind Decken gemeint, die aus konstruktiven Gründen weder für einen späteren Dachausbau noch für eine Nutzung als Abstellkammer oder ähnlich in Frage kommen, jedoch für die entsprechenden Nachrüstarbeiten ausreichend zugänglich sind.

Nicht betroffen von der Nachrüst-Verpflichtung sind Eigentümer von Häusern mit ein bis zwei Wohnungen, sofern sie selbst in einer von ihnen leben. Erst bei einem Wechsel des Besitzers und in diesem Fall binnen einer Frist von zwei Jahren, gelten auch hier die gesetzlichen Anforderungen zur Energieeinsparung.

 

Im Gegensatz zu einem Teil der EnEV-Richtlinien, die für jeden Altbau bis zu einem festgelegten Termin zu erfüllen sind, beziehen sich andere EnEV-Vorschriften auf die Durchführung von Erneuerungsmaßnahmen, für die sich der Bauherr gemäß seinen individuellen Bedürfnissen entscheidet. Wenn er zum Beispiel die Fassade neu verputzen lassen will, ein Austausch der Fenster ansteht oder das Dach ausgebaut werden soll, gilt grundsätzlich, dass sich die energetische Qualität des Gebäudes nicht verschlechtern darf. Wer keine Veränderungen an solchen Außenbauteilen vornimmt, muss an ihnen auch keine wärmedämmenden Maßnahmen durchführen. Zur Verbesserung der Behaglichkeit lohnt es sich jedoch allemal darüber nachzudenken.

Eine wichtige Größe für die Beurteilung eines Gebäudes ist die "Energiekennzahl". Sie gibt an, wie viel Energie pro Quadratmeter Wohnfläche in einem Jahr für die Raumheizung rechnerisch benötigt wird. Mit Modernisierungsmaßnahmen lässt sich diese Größe verringern - den angestrebten neuen Wert legen Bauherr und Architekt gemeinsam fest. Die Energiekennzahl ist für ein Gebäude das, was der Benzinverbrauch eines Autos auf 100 km ist. So hat ein typisches Einfamilienhaus aus den 60er Jahren einen Jahres-Primärenergiebedarf von 160 bis 220 kWh. Ein vergleichbarer Neubau darf nach der EnEV 100 bis 120 kWh nicht überschreiten. Bei einem echten Niedrigenergiehaus liegt der Wert zwischen 60 und 70 kWh.

Bei der Dämmung einer Fassade wird die EnEV-Anforderung in der Regel mit einer Dämmschicht-Dicke von 8 bis 12 cm erfüllt. Um den Neubaustandard zu erreichen, muss die Dämmschicht etwa 12 bis 16 cm dick sein. Für den Niedrigenergie-Standard sind es circa 20 cm. Bei Fenstern setzt der Architekt heute in der Regel eine Zweischeiben-Verglasung mit einem Wärmedurchgang - dem sogenannten U-Wert, früher k-Wert genannt - von 1,3 W/m²K ein. Niedrige U-Werte sind besonders an Nordfassaden oder verschatteten Hausseiten wichtig, weil es hier keine nennenswerten solaren Wärmegewinne gibt.

 

Besonders wirtschaftlich und für eine behagliche Raumtemperatur vorteilhaft ist die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke zwischen beheizten und unbeheizten Räumen. Für den geübten Heimwerker ist es nicht schwer hier 8 bis 10 cm dicke Dämmplatten anzubringen und zusätzlich mit Gipskarton-Platten zu verkleiden. Bei der nachträglichen Dämmung von Dachflächen oder Decken unter Spitzböden sind Dicken von 16 bis 18 cm verlangt; hier empfiehlt es sich jedoch auf jeden Fall, den Rat eines Fachmanns einzuholen, damit die richtige Anordnung von Dampf- und Luftdichtung gewährleistet ist.

Eine noch wenig bekannte, aber häufig sinnvolle Sache ist der Einbau von Lüftungsanlagen. Ein einfacher Ventilator und ein paar Blechrohre sorgen während der Heizperiode automatisch für die richtige Menge Frischluft im Haus. Das garantiert ein gutes Raumklima bei gleichzeitig minimalem Energieverlust. Mit Hilfe eines Sonnenkollektors und einer Solarstrom-Anlage kann der Heizenergieverbrauch weiter gesenkt werden.

Welche Maßnahmen im konkreten Fall jeweils vorgeschrieben oder empfehlenswert sind, wissen Architekten und Architektinnen. Sie verfolgen ein reines Beratungs- bzw. Planungsinteresse und erteilen mit ihrem ganzheitlichen Überblick solide und umfassende Auskunft über den Ist-Zustand eines bestehenden Gebäudes.

 

Im Rahmen einer öffentlich bezuschussten "Vor-Ort-Beratung" des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) erstellt ein als Energieberater zugelassener Architekt oder Ingenieur ein Gutachten. Darin findet der Besitzer des Gebäudes detaillierte Auskunft über sämtliche Sanierungsmöglichkeiten mit Angaben zu Kosten, Energie-Einsparung, Wirtschaftlichkeit und sinnvoller Reihenfolge der Einzelmaßnahmen. Diese Informationen sind ein hervorragender Leitfaden für die schrittweise Verbesserung des Hauses und damit zur langfristigen Werterhaltung und Wertsteigerung.

 

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Dachdämmung-Pflicht: EnEV-Regeln, U-Werte und Ausnahmen

Muss ich mein Dach dämmen? Welche Pflicht zur Dachdämmung gibt es?

Welche Pflichten zur Dachdämmung bestehen, regelt die Energieeinsparverordnung. Wir geben Ihnen hier einen Überblick, über Ihre Pflichten als Hausbesitzer, Ihr Hausdach zu dämmen oder die bestehende Dachdämmung entsprechend der EnEV-Anforderungen zu verbessern.

Allgemeine EnEV-Regelungen zur Wärmedämmung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist eine "Verordnung über energieeinsparenden Wärmeschutz und energieeinsparende Anlagentechnik bei Gebäuden" und ist ursprünglich im Jahr 2002 in Kraft getreten. Seitdem wurde die Verordnung mehrfach geändert, die jüngste Änderung erfuhr die Verordnung im November 2013, am 1. Mai 2014 trat diese Änderung in Kraft.

Die derzeit geltende EnEV 2014 setzt zwei EU-Richtlinien um:

1. Richtlinie 2010/31/EU: Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden

2. Richtlinie 2012/27/EU: Richtlinie 2012/27/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 zur Energieeffizienz, zur Änderung der Richtlinien 2009/125/EG und 2010/30/EU und zur Aufhebung der Richtlinien 2004/8/EG und 2006/32/EG Text von Bedeutung für den EWR

Die EnEV schreibt Bauherren verpflichtend bestimmte bautechnische Standardanforderungen vor, um den Betriebsenergiebedarf ihres Gebäudes (Bestand) beziehungsweise ihres Bauvorhabens (Neubau) effizient zu gestalten. Dabei kann es sich sowohl um Wohngebäude, Bürogebäude als auch Betriebsgebäude handeln.

Dadurch, dass die EnEV die zuvor geltende Heizungsanlagenverordnung und Wärmeschutzverordnung vereint, ist zum einen nicht mehr nur die nutzbare Energie bilanzrelevant, die einem Raum zur Verfügung gestellt wird, sondern die Endenergie, die an der Gebäudegrenze übergeben wird. Zum anderen schlägt sich der Energiebedarf damit primärenergetisch in der Energiebilanz des Gebäudes nieder und somit gleicht diese eher dessen Ökobilanz.

Nachrüstpflicht zur Dachdämmung ab 2016

Mit der geänderten EnEV, die seit Mai dieses Jahres gilt, wurden vor allem die Normen verschärft, die Neubauten betreffen – weniger die für Bestandsbauten. Ziel ist nach wie vor das sogenannte EU-Niedrigstenergiegebäude. Wobei anzumerken ist, dass die verschärften EnEV-Vorschriften erst ab 2016 gelten.

Nichtdestotrotz. gibt es nun aber auch eine Norm, die das Nachrüsten der gegebenenfalls bereits vorhandenen Dachdämmung verpflichtend regelt. Zuvor wurde die Verordnung nämlich so ausgelegt, dass ein Dach, das bereits gedämmt war, nicht mehr angefasst werden musste, um die Dämmung zu verbessern – ganz gleich, wie stark (dickere Dämmschicht) oder schwach (dünnere Dämmschicht) die Dämmwirkung der bestehenden Dämmschicht war. Mit der jüngsten Änderung der Verordnung ist das anders.

Jetzt gilt die Norm DIN 4108-2 als Standard. Demnach ergibt sich eine Pflicht zur Dachdämmung: Entweder sollte die oberste Geschossdecke oder ersatzweise das Dach selbst im Nachhinein gedämmt werden, wobei ein U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von maximal 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/qmK) erreicht werden sollte.

Verpflichtende U-Werte zur Dämmung des Daches

Für einzelne Bauteile eines Neubaus gibt die EnEV 2014 U-Werte mit einer bestimmten Bandbreite vor. Fest stehen die Kennzahlen für das oben bereits erwähnte Referenzgebäude sowie die maximalen Kennzahlen. Dabei gilt, dass ein Bauteil, um im Beispiel zu bleiben also das gedämmte Dach, einen "schlechteren" Wert aufweisen darf, als der Maximalwert vorgibt, es gleichwohl aber zumindest dem Kennwert entsprechen muss.

  • Für Außenwände, Decken und Dächer beträgt der maximale U-Wert 0,24 W/qmK
  • Für Decken und Wände, die an unbeheizte Räume oder Erdreich grenzen mit Ausnahme von Dachräumen, beträgt der maximale U-Wert 0,30 W/qmK

Die bisher geltenden Vorschriften für die Dachhaut von Schräg- und Flachdächern wurden insofern präzisiert, als dass man mit einer Sanierung der Dachhaut sowohl die Eindeckung als auch die darunter liegende Lattung meint. Für Flachdächer hat man zudem noch das Erneuern der Abdichtung der Dachhaut in den Vorschriftstext aufgenommen.

Ausnahmeregelungen von der Dachdämmungspflicht

Wichtig: Grundsätzlich gilt nach den Anforderungen im Bauteilverfahren, dass wenn mehr als zehn Prozent eines Bauteils verändert werden, die Einhaltung der geltenden EnEV Pflicht ist. Diesem Grundsatz unterliegen Dachbauteile, die man nach dem 31.12.1983 installiert hat, wobei die energiesparrechtlichen Vorgaben eingehalten wurden, nun nicht mehr. Das bedeutet für Bauherren, die mehr als zehn Prozent des Dachs erneuern, jetzt nicht mehr das gesamte Dach auf den Stand der aktuellen EnEV bringen müssen.

Diese Änderung ist nicht unumstritten. Kritiker sehen sie als Rückschritt, mit dem gerade bei der Dachsanierung von Gebäuden jüngerer Baujahre als 1984 gegebenes Potenzial zur Einsparung von Energie verschenkt werde.

Kritik an der Dämmungspflicht und Dämmstoffdicke

Da die Anforderungspflichten an die Wärmedämmung der Gebäudehülle mit der EnEV 2014 um 20 Prozent strenger als die der Energiesparverordnung aus dem Jahr 2009 sind, bedeutet ein Mindern des U-Wertes um das entsprechende Fünftel, dass die Dämmschicht verstärkt werden muss. Das entspricht ungefähr einer zusätzlichen Dämmstoffdicke von zwei bis fünf Zentimetern.

Experten fordern, dass aufgrund der Tatsache, dass der U-Wert eines Außenbauteils nicht linear zur Dämmdicke abnimmt, sondern stattdessen einer sogenannten exponentiellen Funktion folgt, die Dämmleistung bestehender Systeme besser gestaltet werden müsse – schließlich bringen immer dickere Dämmstoffschichten nicht den nötigen Effekt.

 

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Wichtige und interessante Link´s

 

Baubrancheninformation.:

 

https://www.baufachinformation.de/merkblaetter/suche/Altbausanierung

 

Experten-Link.:

 

http://baupraxis.de/magazin/bautechnik/BDH-richtlinie-konzept-wohnungslueftung.html

 

Mein Partner bei der Altbausanierung.:

 

https://www.fxruch.de/baustoffe/altbausanierung/