Thomas Urselmann
Thomas Urselmann

Calciumsulfat-Fließestrich

Hier erfahren Sie alles wichtige im Umgang mit dem

Calciumsulfat-Fließestrich

 

Fließestrich: Calciumsulfat-Fließestrich CFE

Selbstnivellierende Calciumsulfat-Fließestriche werden im Neubau aber auch zur Renovierung von Anhydritaltestrichen eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Hohlraum- und Doppelböden. Wie beim Calciumsulfatestrich kommen als Bindemittel Naturanhydrit, synthetischer Anhydrit, REA-Gips-Anhydrit, Alphahalbhydrat sowie Mischformen zum Einsatz. Beigemischte Zusatzmittel wie Quarzsande, Kalksteinsplitter oder gebrochener Naturanhydrit bewirken eine gute Verdichtung des Estrichmörtels und gleichzeitig eine höhere Festigkeit.

Wissenswertes und WICHTIGES

Mindestanforderungen in Abhängigkeit von der Ausführungsart

Mindestanforderungen an Estriche auf Trennschicht und Verbundestriche

Ausführungsart Zementestrich
Calciumsulfatestrich / Calciumsulfat-Fließestrich
Festigkeitsklasse Nenndicke [mm]
Verbundestrich mit Belag ≥ C20/F3 ≤ 501)
ohne Belag ≥ C25/F4
Estrich auf Trennschicht mit Belag ≥ F4 ≥ 352) 3) 5)
ohne Belag ≥ F44)
 

1) Gilt für einschichtigen Estrich.
2) Mindestnenndicke für Calciumsulfat-Fließestrich: 30 mm.
3) Mindestnenndicke 30 mm bei Biegezugfestigkeitsklasse > F5 (Zementestrich) bzw. > F7 (Calciumsulfatestrich) möglich.
4) Nach DIN 18560-4 für Calciumsulfatestrich und Calciumsulfat-Fließestrich ≥ F5.
5) Unter Stein- und keramischen Belägen Nenndicke ≥ 40 mm bei Calciumsulfat-Fließ-Estrich und ≥ 45 mm bei allen anderen Estrichen.

_______________________________________________________________________________________

Mindestanforderungen an Estriche und Heizestriche auf Dämmschicht (schwimmender Estrich)

Estrichart Biegezug-
festigkeits-
klasse
Nenndicke1)[mm] bei lotrechten Flächen-Nutzlasten von ...
≤ 2 2) 3)
[kN/m²]
≤ 3 2) 4)
[kN/m²]
≤ 4 5) 6)
[kN/m²]
≤ 5 5) 7)
[kN/m²]
Zement-
estrich
≥ F4 ≥ 45 ≥ 65 ≥ 70 ≥ 75
≥ F5 ≥ 40 ≥ 55 ≥ 60 ≥ 65
Calcium-
sulfatestrich
≥ F4 ≥ 45 ≥ 65 ≥ 70 ≥ 75
≥ F5 ≥ 40 ≥ 55 ≥ 60 ≥ 65
≥ F7 ≥ 35 ≥ 50 ≥ 55 ≥ 60
Calciumsulfat­-
Fließestrich
≥ F4 ≥ 35 ≥ 50 ≥ 60 ≥ 65
≥ F5 ≥ 35 ≥ 45 ≥ 50 ≥ 55
≥ F7 ≥ 35 ≥ 40 ≥ 45 ≥ 50
 

1) Bei Heizestrichen der Bauart A (Heizelement im Estrich) ist die Mindestnenndicke um den Außendurchmesser des Heizrohres zu erhöhen.
2) Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht ≤ 5 mm.
3) Bei höherer Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht (≤ 10 mm) muss die Nenndicke um 5 mm erhöht werden.
4) Einzellasten ≤ 2 kN
5) Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht ≤ 3 mm.
6) Einzellasten ≤ 3 kN
7) Einzellasten ≤ 4 kN

_____________________________________________________________________________________

Was ist der Anhydritestrich ?

Der Anhydritestrich (AE) oder Calciumsulfatestrich (CA) ist eine Estrichart und besteht aus Anhydritbinder, Gesteinskörnung (bis zu einer Korngröße von 8 mm) und Zugabewasser. Um die Verarbeitung zu verbessern, können entsprechende Zusätze enthalten sein. Der Anhydritestrich kann etwa zwei Tage nach dem Einbau begangen und frühestens nach fünf Tagen geringfügig belastet werden.[1] Er darf keiner dauerhaften Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt werden, daher eignet sich dieser Estrich besonders für Trockenbereiche in einem Gebäude. Gegenüber Zementestrich besitzt der Anhydritestrich eine geringere Festigkeit und darf entsprechend weniger stark belastet werden.[1]

Eine Weiterentwicklung stellt der Anhydritfließestrich (AFE) dar. Dieser nivelliert sich aufgrund der flüssigen Konsistenz selbst. Zudem kann infolge geringerer Spannung beim Trocknungsvorgang auch auf Flächen bis zu 1.000 m² (wenn keine Fußbodenheizung eingebaut wurde) auf zusätzliche Dehnungsfugen verzichtet werden.

Hauptbestandteil ist als Bindemittel Anhydrit, der mit Wasser relativ schnell zu Gips (Calciumsulfat-Dihydrat) hydratisiert und sich dabei verfestigt. In der Regel wird synthetischer Anhydrit verwendet, der durch Brennen von Gips (z. B. REA-Gips aus der Rauchgasreinigung in Kraftwerken) gewonnen wird. Seltener wird auch mineralischer (körniger) Naturanhydrit eingesetzt. Als Gesteinskörnung werden Kalkstein und Quarzsand verwendet.

Verarbeitung

Der AE-Fließestrich wird entweder trocken auf der Baustelle angeliefert (als Sackware oder lose in einem Silo/Container) und in einer normalen Putzmaschine, welche kontinuierlich arbeitet, durch Wasserzugabe in seiner Konsistenz pumpfähig und mittels Schläuchen zur Einbaufläche gepumpt, oder fertig im Fahrmischer angeliefert und mit einer am Fahrzeug oder separat beigestellten Schnecken- oder Kolbenpumpe zügig eingebaut. Durch diese flüssige Konsistenz kann die Nivellierung des Fließestrichs nahezu von selbst erfolgen. Nach dem Einpumpen wird der Estrich mit einem groben Straßenbesen oder mit einer so genannten Rakel (Schwabbelstange) durchgeschlagen (im Kreuzgang), um beim Einpumpen eingeschlossene Luftblasen zu entfernen. Die Oberfläche wird dadurch waagerecht und eben hergestellt. Je länger die Schwabbelstange ist, umso größer wird die Genauigkeit und Ebenheit der fertigen Estrichfläche. Da diese bereits werkseitig hergestellte Mischung nur noch mit Wasser gemischt wird, sind entsprechenden Maschinen in der Lage, hohe Misch- und Förderleistungen zu erzielen. Bei großflächigen Verlegungen, beispielsweise in Industriehallen, sind daher gegossene Flächen von 1.300 m² bis zu 1.500 m² an einem Tag möglich.

Eingebaut werden kann AE-Fließestrich als so genannter Verbundestrich, Estrich auf Trennschicht und Estrich auf einer zusätzlichen Dämmschicht (auch als schwimmender Estrich bezeichnet), als Industrie- und Installationsboden, sowie als Heizestrich bei Fußbodenheizungen. Bei der Untergrundvorbereitung ist zu beachten, dass dieser aufgrund seiner flüssigen Konsistenz durch ungesicherte bzw. unbedeckte Öffnungen wegfließen und auf Dämmschichten oder bei mangelnder Entkoppelung von Wänden oder Pfeilern Schallbrücken bilden kann. Der AE-Fließestrich ist selbstverdichtend, so dass keine Verdichtungsarbeiten durch den Verarbeiter notwendig sind. Aufgrund seiner Bestandteile erhält er sehr hohe Biege- und Zugfestigkeitswerte. AE-Fließestrich auf Basis von Calciumsulfat weist geringe Schwindwerte bei Erhärtung und Trocknung auf und kann daher in Flächen zeitsparend, weil in einem durchgehenden Arbeitsgang großflächig eingebracht werden. Das beim Zementestrich übliche Aufschüsseln (durch ungleichmäßiges Schwinden entstehende, hochstehende Ränder) in den Eck- und Randbereichen und der Abriss der Randfugen (bei der späteren Nutzung und durch Beendigung des Schwindvorgangs) sind bei AE-Fließestrich nicht zu beobachten. Die Fugenausbildungen bei Estrichen sind in der DIN 18560, Teil 2, geregelt und gelten auch für AE-Fließestrich.

Einbau als Heizestrich  ( WICHTIG )

Bei Heizestrichen sind Dehnungsfugen notwendig. Außerdem sind Bewegungsfugen in Türdurchgängen bei mehreren hintereinander angeordneten Räumen innerhalb einer Wohnung notwendig. Seine besondere Vorteile bietet der Fließestrich bei der Verlegung auf Fußbodenheizungen. Ein dichter Anschluss an die Heizrohre und die hohe Wärmeleitfähigkeit, die über den in der DIN 4108 für Zementestrich geltenden Werte für die Wärmeleitfähigkeit liegen, gewährleisten eine ungehinderte und gleichmäßige Wärmeabgabe vom Heizschlauch o. Ä. zur Raumumgebungsluft. Durch seine geringere Stärke von nur 40 bis 45 mm über dem Heizungsschlauch hat dieser Estrich eine kurze Aufheizzeit.

Beim Verwenden als Heizestrich wird dieser sieben Tage nach dem Einbau aufgeheizt, um die natürlichen Austrocknungszeiten zu verkürzen, was dann den Baufortschritt entscheidend beschleunigt.

Der Heizestrich wird auch immer mehr als Decorboden verwendet. Wenn der Estrich ausgetrocknet ist, wird er bis auf die Körnung geschliffen und dann transparent versiegelt.

Der CAF kann auch in verschiedenen Farben eingebracht werden und mit unterschiedlich vielen % an Pigmenten, dadurch entschteht eine breite Palette an Möglichkeiten.

Bautechnik und Verarbeitungshinweise

AE-Fließestrich wird nach den Vorgaben der DIN 18560 und in den Festigkeitsklassen AE 12, 20, 30 oder 40 hergestellt.[2] Entsprechend der zu erwartenden Verkehrslast gemäß DIN 1055 und der Art der Fußbodenkonstruktion wird eine Nennstärke zwischen 35 und über 90 mm eingebaut. Anhydritestrich ist aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung stark saugfähig und daher muss die zu belegende Oberfläche (wie etwa durch Fliesen) vollflächig grundiert werden. Die sich auf der Oberfläche bildende Sinterschicht muss vor dieser Grundierung entfernt werden (beispielsweise durch Schleifen).

Bei der Verarbeitung des AE-Fließestrich sind Vorsichtsmaßnahmen (Handschuhe, Atemschutz) wegen der ätzenden Eigenschaften des trockenen Produkts notwendig. Das flüssige Material und der abgebundene Estrich stellen aber keine Schadstoffquelle mehr dar. Bei der Verwendung von synthetischen Zusatzstoffen ist allerdings auch eine spätere Ausgasung von Rest- oder Hilfsstoffen nicht auszuschließen.

Außenbereich und Feuchträume

Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber dauerhafter Feuchtigkeitseinwirkung, ist ein Einsatz im Außenbereich, aber auch in nicht weiter abgedichteten Nass- und Feuchträumen grundsätzlich ausgeschlossen. Nach dem ZDB-Merkblatt "Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich" (Januar 2010) gilt allgemein, dass bei Flächen mit Bodenablauf keine feuchtigkeitsempfindlichen Untergründe eingesetzt werden dürfen.

In Bädern oder Feuchträumen von Wohnungsbauten muss die Estrichoberfläche abgedichtet werden (beispielsweise durch Fliesenaufbau mit Abdichtungen im Verbund), so dass auftretende Oberflächenfeuchte nicht in den Estrich eindringen kann. Ebenso müssen Estriche gegen Bodenfeuchtigkeit, nichtdrückendes und drückendes Wasser abgedichtet werden (Bitumendichtungsbahn).

Anhydrite sind typische Schnellbinder, was aber nur bei optimalen klimatischen Bedingungen zutrifft (nicht zu kalt, trockene Luft). In Bereichen, in denen mit Dampfdiffusion oder auch Feuchtigkeit zu rechnen ist, muss zwingend eine Dampfsperre eingebaut werden. Dampfdiffusion oder Feuchtigkeit führt dann zu Schäden, wenn z. B. aufgrund der heutzutage üblichen kurzen Bauzeiten die Betondecke nicht ausreichend trocken ist und das überschüssige und austretende Wasser in Ermangelung einer Dampfbremse zum Estrich gelangt. Derartige Schäden treten vorwiegend in Verbindung mit dampfdichten Belägen wie PVC, Linoleum, Gummi oder Teppichbelägen mit dichten Rückenausrüstungen auf, wenn diese vor vollständiger Austrocknung des Bauteils verlegt wurden.

Normen und Standarts sind nachzulesen unter.:

  • DIN EN 13813 – Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen
  • DIN 18353 – Estricharbeiten
  • DIN 18560 - Estriche im Bauwesen

Neuer Wert für Estrich-Belegreife

Für die Belegreife von mineralisch gebundenen Estrichen sind die jeweils gültigen Fachverbandsregeln als allgemein anerkannte Regeln der Technik zu beachten. Für das Steinmetzhandwerk bedeutet dies für beheizte Bodenkonstruktionen: 
≤ 0,3 CM-% Restfeuchte bei üblichen Calciumsulfatestrichen 
≤ 1,8 CM-% Restfeuchte bei üblichen Zementestrichen (dichte Oberbeläge).
Für unbeheizte Bodenkonstruktionen: 
≤ 0,5 CM-% Restfeuchte bei üblichen Calciumsulfatestrichen 
≤ 2,0 CM-% Restfeuchte bei üblichen Zementestrichen.

In der neu veröffentlichen DIN 18560-1 [1] wird die Calciumcarbid-Methode als einziges Verfahren zur Feststellung der Belegreife normativ erfasst. Unter Ziffer 5.5 Feuchtegehalt wird in der Norm für die Belegreife von üblichen beheizten Calciumsulfatestrichen ein Wert von ≤ 0,5 CM-% benannt. Die in der Norm neu formulierte Belegreife von beheizten üblichen Calciumsulfatestrichen erfolgte trotz nachhaltiger Bedenken zahlreicher Fachverbände. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die von den jetzigen anerkannten Regeln der Technik generell abweichen, sind nicht bekannt. Dies ist auch die Meinung von vielen Sachverständigen und den vorherrschenden Fachpublikationen.

Bei der DIN 18560 handelt es sich um eine privatrechtliche Vorgabe, die vorrangig Vorgaben zur Herstellung der Lastverteilungsschicht enthält. Diese Norm ist ohne ausdrück­liche Vereinbarung nicht Bestandteil des Werkvertrags zur Ausführung von Naturwerksteinarbeiten. Für diese sind die jeweils gültigen Fachverbandsregeln als allgemein anerkannte Regeln der Technik zu beachten, in denen die bisher bekannten Grenzwerte von 0,3 CM-% für beheizte calciumsulfatgebundene Estriche enthalten sind.

Höheres Schadensrisiko
Die Anhebung der CM-Feuchte von 0,3 CM-% um 67% für beheizte Calciumsulfatestriche auf 0,5 CM-% führt zu einem schnelleren Erreichen der Belegreife dieser Estriche. Gleichzeitig kann sich damit möglicherweise das Risiko eines Feuchteschadens bei Belegung von beheizten Calciumsulfatestrichen mit einem Feuchtegehalt von maximal 0,5 CM-% erhöhen. Dies sehen Vertreter von Nachfolgegewerken, wie z. B. Steinmetze, als Risiko. Der Wert von ≤ 0,5 CM-% weicht von dem Wert ≤ 0,3 CM-% entsprechend allgemein anerkannter Regel der Technik um 67 % ab. Die Menge des freien Überschusswassers in der Estrichkonstruktion zum Zeitpunkt der Bodenbelegung ist dann bei einem 65 mm di­cken Calciumsulfatestrichen um ca. 1/4 l pro m² höher. Bei der Inbetriebnahme der Bodenheizung wird das über den Estrichquerschnitt enthaltene Wasser konzentriert in die obere Estrichrandzone getrieben. Hier ist eine Umkris­tallisation der Gipskristalle nicht ausgeschlossen, die mit einer Volumenvergrößerung und mit Festigkeitsverlust in Zusammenhang gebracht wird. Hohllagigkeiten und Ablösungen sehen Vertreter des Steinmetzhandwerks als mögliches Resultat. Das Haftungsrisiko für den Steinmetz wird als nicht unbeträchtlich bewertet. Der Bundesverband Deutscher Steinmetze (BIV) will dazu ein entsprechendes Hinweisblatt erarbeiten.

[1] DIN 18560-1 November 2015, Estriche im Bauwesen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Prüfungen und Ausführungen

Allgemeine Richtlinien für die Trocknungszeiten

Estrich trocknen – Was Bauherren zu beachten haben

 
 
 

Estrich trocknen

Die Verlegung von Estrich erfolgt während der Ausbauphase eines Hauses (Ausbauhaus). Erst danach folgen Malerarbeiten sowie die Installation von Bodenbelägen. Aus diesem Grund nimmt das Trocknungsverhalten der Estriche in der gesamten Bauphase einen wichtigen Stellenwert ein. Dabei trocknen schwimmend verlegte Estriche in aller Regel von oben nach unten und besitzen je nach eingesetztem Bindemittel ein unterschiedliches Trocknungsverhalten.

Überwiegend werden beim heutigen Hausbau sogenannte CT-Estriche (Zementestriche) oder CA-Estriche (Calciumsulfatestriche) verlegt. Beim Trocknen des Baustoffs wird aus dem Estrich Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben. Insbesondere durch das an die Umgebung abgegebene Wasser entsteht dabei bei mineralischen Baustoffen ein Volumenverlust im Gegensatz zur eingebrachten Masse. Dieser Vorgang wird auch als „Schwinden“ eines Baustoffes bezeichnet.

Estrich Trockenzeit hängt von verschiedenen Faktoren ab

Die unterschiedlichen Trockenzeiten von Estrich sollten unbedingt eingehalten werden. Denn nur ein ausgehärteter Estrich kann vollständig und dauerhaft belastet werden. Abgesehen vom Bindemittel hängt das Trocknungsverhalten der Estriche noch von weiteren Faktoren ab. Dementsprechend ist eine pauschalisierte Angabe über einzelne Trocknungszeiten nicht immer möglich. Zu den Faktoren zählen:

  • die Estrichdicke;
  • die Verlegeart des Estrichs;
  • die Nachbehandlung;
  • das Raumklima und Lüftungsverhalten;
  • beheizte (Fußbodenheizung) oder unbeheizte Estrichkonstruktion;
  • die Verwendung von Beschleunigern.

Trocknungsverhalten von CA-Estrich

Der konventionelle Calciumsulfatestrich besteht aus den Komponenten Anhydrit, Sand bzw. Kies sowie Wasser. Dabei kann durch die Zugabe von geeigneten Kunstharzdispersionen die Festigkeit des Estrichs nochmals gesteigert werden. Je nach Temperatur und Baustellenklima ist der CA-Estrich bereits nach etwa zwei bis drei Tagen begehbar und nach 28 Tagen voll belastbar. Da Calciumsulfatestrich empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert, müssen die Bereiche, in denen mit Feuchtigkeit zu rechnen ist, eine Abdichtung oder Dampfsperre erhalten. Wichtig ist, dass der Estrich ungehindert austrocknen kann.

Trocknungsverhalten von CT-Estrich

Zementestrich ist die in Deutschland am häufigsten verwendete Estrichart. Diese besteht aus Zement, Sand oder Kies und Wasser. Erlaubte Zusätze für Zementestriche sind unter anderen Fließmittel, die einerseits die Konsistenz und eine bessere Verarbeitung des Estrichmörtels ermöglichen. Der Vorteil von Zementestrich, im Gegensatz zu Calciumsulfatestrich, ist vor allem seine Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit. Er kann daher problemlos in Innen-, Außen- und Nassbereichen verwendet werden.

Estrich Trockenzeit

Zudem eignet er sich hervorragend für die Verwendung als Heizestrich, wenn es um die Installation einer Fußbodenheizung geht. Zementestriche müssen allerdings vor zu frühem Austrocknen geschützt werden, da sonst die Festigkeitsentwicklung wesentlich herabgesetzt wird. Das Zeitfenster liegt dabei im Bereich von ca. 7 – 10 Tagen.

Estrich trocknen: Restfeuchtegehalt ist entscheidend

Estrich gilt dann als belegreif, wenn er mindestens seine Nennfestigkeit erreicht hat und bis auf die Gleichgewichtsfeuchte ausgetrocknet ist. Hierbei versteht man den Zustand eines Baustoffes, bei dem sich der Wassergehalt im Gleichgewicht mit der umgebenden Raumluft befindet.

Die Gleichgewichtsfeuchte unterliegt unterschiedlichen Einflussgrößen wie Temperaturschwankungen, relative Luftfeuchtigkeit der Umgebung sowie dem Feuchtigkeitsgehalt anderer Bauteile. Ebenso wirkt sich die Dicke des Estrichs auf den Trocknungsprozess aus. Als Beurteilungsmaßstab für die Belegreife gilt der Restfeuchtegehalt des Estrichs, oft auch als Ausgleichsfeuchte oder Gleichgewichtsfeuchte bezeichnet.

Prüfung der Belegreife während der Estrich-Trocknung

Die Belegreife des Estrichs wird anhand des Restfeuchtegehaltes ermittelt. Dabei obliegt die Prüfung der Belegreife dem Zuständigen für den Oberbodenbelag und umfasst gleichermaßen die Kontrolle der relativen Luftfeuchte im Raum sowie die Messung des Feuchteuntergrundes. Bauherren sollten hier darauf achten, dass zur Prüfung der Belgreife die CM-Methode angewendet wird. Sie ist die einzige offiziell anerkannte und zudem vor Gericht zugelassene Vor-Ort-Prüfmethode zur Restfeuchtemessung von Estrich.

Die vorliegende Tabelle gibt einen guten Überblick über die zulässigen CM-Werte des Feuchtegehalts von CA-Estrich und CE-Estrich, bevor mit der Installation unterschiedlicher Beläge begonnen werden kann. Die Trockenzeiten von Estrich sollten bei jedem Haustyp unbedingt eingehalten werden. Denn nur ein ausgehärteter Estrich kann auch vollständig und dauerhaft belastet werden.

Maximaler Feuchtegehalt Estrich ohne Installation Fußbodenheizung
  Zementestrich Calciumsulfatestrich
Elastische Beläge 2 % 0,5 %
Textile Beläge (dampfhemmend) 2,5 % 0,5 %
Textile Beläge (dampfdurchlässig) 3 % 1 %
Parkett 2 % 0,5 %
Laminat 2 % 0,5 %
Stein- und keramische Beläge 3 % 0,5 %
Maximaler Feuchtegehalt Heizestrich mit Installation Fußbodenheizung
  Zementestrich Calciumsulfatestrich
Elastische Beläge 1,8 % 0,3 %
Textile Beläge (dampfhemmend) 1,8 % 0,3 %
Textile Beläge (dampfdurchlässig) 3 % 1 %
Parkett 1,8 % 0,3 %
Laminat 1,8 % 0,3 %
Stein- und keramische Beläge 3 % 0,3 %

Trocknung von Estrich beschleunigen

Gemeinhin ist das Erreichen der maximalen Feuchtegehalte bei zementgebundenen sowie calciumsulfatgebundenen Estrichen nach 28 Tagen möglich. Die Trocknungszeit kann jedoch durch verschiedene Verfahren beschleunigt werden. Diese werden auch dann eingesetzt, um nach Feuchteschäden, vor allem im Winter, eine rasche Trocknung herbeizuführen. Estrichleger verwenden hierzu spezielle Gebläse und Trocknungsgeräte. Durch sie verkürzen sich die Trockenzeiten des Estrichs zum Teil erheblich. Für eine noch schnellere Trocknung helfen Kondens- oder Adsorptionstrockner, die dem Estrich zusätzlich Feuchtigkeit entziehen.

Vorteil Trockenestrich: kürzeste Trocknungsdauer

Die kürzesten Trockenzeiten aller Estricharten besitzt Trockenestrich, auch Fertigteilestrich genannt. Dieser besteht aus Gipskartonplatten, die mit Hilfe eines schnell aushärtenden Klebers aufgetragen oder mit Schrauben befestigt werden. So kann bereits nach kurzer Zeit mit der Verlegung des Fußbodenbelags begonnen werden. Vorwiegend wird Trockenestrich bei Sanierungsmaßnahmen im Fertigbau verwendet. Ein weiterer Vorteil von Trockenestrich: Er bringt keine zusätzliche Baufeuchte mit ein. Allerdings ist er im Gegensatz zu Fließestrichen auch deutlich teurer.

 

Ganz WICHTIG  -  Das sogenannte Aufheizprotokoll

Aufheizprotokolle nach Estrich-Arten

Was ist ein Aufheizprotokoll? Wie wird es beim Aufheizen des Estrichs eingesetzt? Wo bekommt man es und wer führt das Protokoll? Was wird darin im Einzelnen protokolliert?

Das Aufheizprotokoll ist eine Vorschrift zum kontrollierten Funktions-, Belegreif- und Abheizen eines Estrichs mit einer Fußbodenheizung. Es dient als Dokumentation der Arbeitsschritte, besitzt Urkundencharakter und ist dem Auftragnehmer spätestens vor der Oberbelagsverlegung zuzustellen.

 

Vorschriften zum Verlegen von Estrich bei Fußbodenheizungen

Eine Fußbodenheizung ist quasi die Heizschicht im systematisch und so gesehen schichtweise aufgebauten Fußboden. Der auf diese Weise flächenbeheizte Fußboden muss geplant werden, so dass sämtliche Komponenten, angefangen vom Untergrund über die Dämmung, die Fußbodenheizung selbst bis hin zum Oberflächenbelag, optimal aufeinander abgestimmt sind, so dass sie eine dauerhaft funktionale Einheit bilden, die allen energetischen Ansprüchen gerecht wird.

Das Material und die Techniken, die zu seiner Verarbeitung und Verlegung angewendet werden, müssen sowohl dem aktuellen Stand der Technik, als auch dem zugehörigen Merkblatt sowie den Verlege-Richtlinien der entsprechenden Systemgeber und Hersteller entsprechen. Das fachmännische Aufheizen des Estrichs betreffend sind folgende DIN von Bedeutung:

  • DIN 18353, Ausgabe 2016-09: VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Estricharbeiten
  • DIN 18560-2, Ausgabe 2009-09: Estriche im Bauwesen - Teil 2: Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)
  • DIN 18365:2015-08: VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Bodenbelagarbeiten
  • DIN EN 1264-4:2009-11: Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung - Teil 4: Installation; Deutsche Fassung EN 1264-4:2009

Bei Fußbodenheizung ist ein Aufheizprotokoll zu führen, das dem Oberbelagsleger nach VOB DIN 18365 Bodenbelagsarbeiten vorzulegen ist. Hinweise zur Koordination der bei der Planung und Ausführung Beteiligten findet man in "Schnittstellenkoordination bei beheizten Fußbodenkonstruktion" des Bundesverband Flächenheizungen e.V. (BVF).

Schematische Darstellung des protokollmäßigen Vorlauftemperaturverlaufs in einer Fußbodenheizung beim Auf-, Belegreife- und Abheizen von Estrich. (Grafik: energie-experten.org)
Schematische Darstellung des protokollmäßigen Vorlauftemperaturverlaufs in einer Fußbodenheizung beim Auf-, Belegreife- und Abheizen von Estrich. (Grafik: energie-experten.org)

Expertenwissen: Wird eine Fußbodenheizung verlegt, nutzt man statt einem herkömmlichen Estrich sogenannten Heizestrich. Der unterscheidet sich unter anderem in den Richtwerten für die Restfeuchte vom herkömmlichen Estrich, der ohne Fußbodenheizung zum Einsatz kommt.

Ablauf der Estrich-Trocknung nach Protokoll

Für die Inbetriebnahme einer Fußbodenheizung unter dem Estrich, gibt es Vorschriften, die den Ablauf genau definieren. Sich an die vorgeschriebenen Abläufe zu halten, ist von höchster Wichtigkeit, denn nur dann trocknet der Heizestrich fachgerecht, schadlos und kann mit dem Fußbodenbelag belegt werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Belegreife des Estrichs, die mit dem vorschriftsgemäßen Aufheizen erzielt wird.

Nach dem Aufbringen und einer entsprechenden Liegezeit des Estrichs sowie der Funktionsprüfung, also der Dichtigkeitsprüfung der Fußbodenheizungsrohre, ist die Belegreife des Estrichs mit einem kontrollierten Beheizen der Konstruktion nach dem sogenannten Aufheizprotokoll (auch Maßnahmen-Protokoll genannt) für die Vorbereitungs- und Verlege-Maßnahmen von elastischen, textilen Belägen sowie Parkett und Holzfußböden sicherzustellen.

Expertenwissen: Eine Feuchtemessung, die während der Unterbodenprüfung stattfindet, kann ohne vorgegebene Messstellen eventuelle Schäden an der Fußbodenheizung nicht zuverlässig ausschließen. Die Messstellen zur Feuchtebestimmung im Estrich ersetzen weder das Auf- noch das Abheizen zur Austrocknung des Heizestrichs vor dem Verlegen der Fußbodenbeläge. Das Auf- und Abheizen dient auch dem Zweck, dass sich die Estrichplatte beziehungsweise Estrichkonstruktion entspannt.

Die genauen Abläufe zum Aufheizen legt das sogenannte Aufheizprotokoll fest. Sie hängen unter anderem von der Art des Estrichs ab, sind prinzipiell aber gleich.

Funktionsheizen

Man unterscheidet beim Aufheizen zwischen dem

  • Funktionsheizen (nach DIN EN 1264-4 Nachweis des Heizungsbauers für die Erstellung eines einwandfreien Gewerkes – Erreichen der maximalen Längendehnung der Last- beziehungsweise Wärmeverteilschicht) und
  • dem Belegreifheizen (Austreiben der Estrichfeuchte bis zur Belegreife).

Das sogenannte Funktionsheizen ist abhängig von der Estrichart (spezifischen Liegezeit) und startet nach der ersten Trocknungs- und Abbindezeit. Es wird realisiert, indem man die Fußbodenheizung über mehrere Tage hinweg testweise bei maximaler Heizleistung laufen lässt.

Allgemein gilt, dass während des Aufheizzeitraumes die Heizung ohne Tag- oder Nachtabsenkung gesteuert werden sollte. Während der Aufheizperiode ist gut zu lüften um die freiwerdende Feuchtigkeit abzuführen. Der Restwärmefühler sollte sich in unmittelbarer Nähe eines Heizleiters befinden. Falls keine Restwärmefühler vorhanden sind, ist die Estrichtemperatur manuell zu überwachen und durch eine Aufheizintervallsteuerung ein analoges Temperaturregime einzustellen.

Belegreifheizen

Nach Abschluss des Funktionsheizens ist das Belegreifheizen an der Reihe: Es geht solange, bis der Estrich auf die nötige Restfeuchte abgetrocknet ist. In dieser Phase wird quasi der Estrich bei konstanter Temperatur "gebacken".

Damit der Baufortschritt reibungslos erfolgt, ist es empfehlenswert, dass sich das Belegreifheizen möglichst direkt an das Funktionsheizen anschließt. Während des Belegreifheizens ist die Heizung möglichst nicht abzuschalten und die Vorlauftemperatur nicht abzusenken. Die Belegreife ist erreicht, wenn die maximale Feuchte des Estrichs

  • bei Zementestrich 1,8 Prozent (für keramische Fliesen und Natur-/Betonwerksteine 2,0 Prozent) und
  • bei Calciumsulfatestrichen 0,3 Prozent beträgt.

Abheizen

Das Abheizen meint die schrittweise Drosselung der Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung und folgt als letzte Phase auf das Auf- und Belegreifheizen. Je nach Estrichart gibt es auch hier Unterschiede in der Dauer und der Drosselung der Vorlauftemperatur.

Bei allen drei Phasen wird ein Aufheizprotokoll geführt, in dem alle relevanten Daten des Aufheiz-, Belegreif- und Abheizprozesses protokolliert werden.

Expertenwissen: Das Belegreifheizen ist gemäß VOB/C (DIN 18380) eine besondere Leistung. Sie muss vom Auftraggeber gesondert beauftragt und auch vergütet werden. Für das ausführende Fachunternehmen heißt das, darauf zu achten, den Zeitpunkt zu bestimmen und auch im Prüfprotokoll (Protokoll P7 in der Schnittstellenkoordination) zu dokumentieren, ab dem der Heizbetrieb vom Funktionsheizen in das Belegreifheizen übergeht.

 

Ablauf von Aufheizprotokollen im Überblick

Der Bauherr muss für die ordnungsgemäße Inbetriebnahme der Fußbodenheizung laut Aufheizprotokoll diverse Aspekte beachten. In der Praxis lässt er sich vom ausführenden Handwerker bestätigen, dass das Protokoll angewendet wurde.

Auch die Dichtheit der Heizkreise sollte vor und während der Estricheinbringung durch eine Wasserdruckprobe getestet und protokolliert werden. Bei Gussasphalt erfolgt die Druckprobe nach DIN 4725 Teil 4 mit Druckluft.

Mindestliegezeit

Die Mindestliegezeit des Estrichs nach dessen Herstellung bis zum Beginn der ersten Aufheizmaßnahme ist von Estrich zu Estrich verschieden. So beträgt sie bei u.a.:

  • Calciumsulfat-Fließestrichen (CAF) in der Regel 7 Tage,
  • Zementestrichen (CT) in der Regel 21 Tage und
  • Schnellzement-Estrichen in der Regel 3 bis 4 Tage.

Expertenwissen: Bei Trockenestrich-Systemen kann bereits nach einem Tag mit dem Funktionsheizen begonnen werden. Abweichungen von den genannten Fristen sind möglich – maßgeblich sind hier die Herstellerangaben.

Protokolle nach Estrich-Arten

Heizestriche sind i.d.R. mineralische Estriche, alternativ können Heizestriche auch mit einem Gussasphalt (AS) ausgeführt werden. Mineralische Estriche unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung nach Zementestrich (CT) und Calciumsulfatestrich (CA). CA-Estriche werden auch als Anhydritestrich bezeichnet.

Zement-Estrich und Fließestrich unterscheiden sich dabei hinsichtlich Ihres Bindemittels und der Art des Einbaues. Bei Zementestrich ist ausschließlich Zement das Bindemittel, beim Fließestrich ist dies Calciumsulfat. Je nachdem, ob es sich um Zementestrich oder Fließestrich handelt, sieht das Aufheizprotokoll unterschiedliche Funktions-, Belegreif- und Abheizphasen vor. Zudem gibt es Unterschiede, ob es sich um eine Warmwasser- oder Elektro-Fußbodenheizung handelt.

Bei Inbetriebnahme einer Fußbodenheizung unter Gussasphalt sind im Gegensatz zu hydraulisch abbindenden Estrichen keinerlei Aufheizprotokolle einzuhalten. Gussasphalt gilt demnach allgemein als der ideale Estrich.

Calciumsulfat- und Zement-Heizestrich

Laut Protokoll des Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik wird für Calciumsulfat- und Zement-Heizestriche folgendes Aufheizprotokoll empfohlen:

Tabelle 1: Ablauf des Aufheizprotokolls für Calciumsulfat- und Zement-Heizestriche*
Protokollphase Tage Vorlauftemperatur
Funktionsheizen 1. Tag 20 °C
Funktionsheizen 2. Tag 30 °C
Funktionsheizen 3. Tag 40 °C
Funktionsheizen 4. Tag 50 °C
Belegereifheizen 5. Tag 50 °C
Belegereifheizen 6. Tag 50 °C
Belegereifheizen 7. Tag 50 °C
Belegereifheizen 8. Tag 50 °C
Belegereifheizen 9. Tag 50 °C
Belegereifheizen 10. Tag 50 °C
Belegereifheizen 11. Tag 50 °C
Belegereifheizen 12. Tag 50 °C
Belegereifheizen 13. Tag 50 °C
Belegereifheizen 14. Tag 50 °C
Belegereifheizen 15. Tag 50 °C
Abheizen 16. Tag 40 °C
Abheizen 17. Tag 30 °C
Abheizen 18. Tag 20 °C
 

Haben Sie Flächenheizsystem der sogenannten Bauart A, also eins, das so aufgebaut ist, dass seine Heizrohre nicht auf sondern oberhalb der Abdeckung (Systemplatte) im Estrichquerschnitt liegen, sollten Sie dafür sorgen, dass die Restfeuchte unter den Heizrohren nach der Abheizphase (18. Tag) ausgetrocknet wird.

Das gelingt Ihnen, indem Sie nach einer Heizpause von fünf Tagen noch einmal auf- und abheizen - und zwar wie vom Aufheizprotokoll vorgeschrieben. Das heißt, Sie heizen nach Protokoll wie an den Tagen 1 bis 4 auf und wie an den Tagen 16 bis 18 ab. Damit verlängern Sie die Gesamtdauer des Heizvorganges von 18 Tagen auf 30 Tage. Erst im Anschluss findet dann die Feuchtemessung des Heizestrichs statt.

Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) auf Elektro-Fußbodenheizungen

Bei Elektro-Fußbodenheizungen und Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) wird empfohlen, die Temperatur in den ersten drei Tagen 20 °C am Restwärmefühler nicht zu überschreiten. Danach ist die Temperatur täglich um 5 °C zu erhöhen bis zu einer Temperatur von maximal 45 °C am Restwärmefühler. Die maximal erreichte Temperatur ist bei 50 mm Estrichdicke 5 Tage zu halten, danach wird in Temperaturschritten von 10 °C die Fläche wieder abgeheizt.

Laut des Aufheizprotokolls von maxit wird folgendes Auf- und Abheizen empfohlen:

Tabelle 2: Ablaufprotokoll für Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) auf Elektro-Fußbodenheizsystemen**
Protokollphase Tage Vorlauftemperatur
Funktionsheizen 1. Tag 20 °C
Funktionsheizen 2. Tag 20 °C
Funktionsheizen 3. Tag 20 °C
Funktionsheizen 4. Tag 25 °C
Funktionsheizen 5. Tag 30 °C
Funktionsheizen 6. Tag 35 °C
Funktionsheizen 7. Tag 40 °C
Belegereifheizen 8. Tag 45 °C***
Belegereifheizen 9. Tag 45 °C
Belegereifheizen 10. Tag 45 °C
Belegereifheizen 11. Tag 45 °C
Belegereifheizen 12. Tag 45 °C
Abheizen 13. Tag 35 °C
Abheizen 14. Tag 25 °C
 

** Quelle: "Protokoll zum Funktions- und Belegreifheizen für Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) auf Elektro-Fußbodenheizsystem" von maxit Baustoffwerke GmbH

*** bezogen auf 50 mm Schichtdicke. Für jeden weiteren cm Schichtdicke verlängert sich die Haltetemperatur um 1 Tag.

Bedacht werden sollte, dass der im Aufheizprotokoll aufgeführte Zeitplan einem Minimum an Heiztagen entspricht: Jeder weitere Heiztag bringt der Konstruktion extra Sicherheit. Für den Fall, dass der Zeitraum zwischen dem letzten Abheiztag des Estrichs (mehr als sieben Tage) und den Verlegearbeiten länger ausfällt, kann ein nochmaliges Auf- und Abheizen erforderlich sein, um die sich infolgedessen ergebene Feuchteanreicherung im Heizestrich wieder zu beseitigen.

Herstellerspezifische Aufheizprotokolle

Je nach Estrich-Hersteller können aber o.g. Angaben auch variieren. Beispielhaft finden Sie daher im Folgenden das Aufheizprotokoll des HASIT 420 Zement-Fließestrich Standard CT-C25/F4, der eine deutlich kürzere Funktions- und Belegreifheizphase aufweist.

Tabelle 3: Aufheizprotokolls von HASIT 420 Zement-Sulfat-Fließestrich Standard CT-C25/F4****
Protokollphase Tage Vorlauftemperatur
Funktionsheizen 1. Tag 25 °C
Funktionsheizen 2. Tag 25 °C
Funktionsheizen 3. Tag 25°C
Belegereifheizen 4. Tag max. 45 °C
Belegereifheizen 5. Tag max. 45 °C
Belegereifheizen 6. Tag max. 45 °C
Belegereifheizen 7. Tag max. 45 °C
Abheizen 8. Tag Abheizen bis 20 °C
 

**** Quelle: "Aufheizprotokoll für HASIT 420 Zementestrich Standard CT-C25/F4" von HASIT Trockenmörtel GmbH

Estrich-Prüfung

Ob der Estrich wirklich trocken ist, kann überprüft werden, indem man PE-Folie (Abmessung ca. 50 cm x 50 cm) auf die beheizte Estrichoberfläche auflegt und die Ränder mit Klebeband abklebt. Beim Heizen darf sich innerhalb von 24 Stunden unter der Folie kein Kondenswasser bilden – sonst weiterheizen.

Oberbeläge verlegen

Dann muss der Estrich vor dem Belegen mechanisch gereinigt (z. B. mit Industriestaubsauger absaugen) und grundiert werden.

Die Oberbeläge verlegt man bei

  • einer Estrichoberflächentemperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius (das entspricht etwa 20 bis 25 Grad Celsius Wasservorlauftemperatur) sowie
  • einer relativen Luftfeuchte von weniger al s 65 Prozent.

Für Fußbodenheizungen geeignete Belagskleber verwenden, bei starrem Belag (Fliesen, Naturstein) elastifizierte Kleber einsetzen.

Expertenwissen: Haben Sie die Bodenkonstruktion fertig, müssen Sie die eben beschriebenen Raumklimawerte sieben Tage lang sicherstellen, damit Klebstoffe & Co. vorschriftsgemäß abbinden und aushärten können. Parkett- und Holzfußböden sind dann fertiggestellt, wenn die letzte Maßnahme zur Oberflächenbehandlung erfolgte und die Oberfläche getrocknet ist.

Grundsätzlich gilt, auf ein Raumklima mit etwa 20 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent zu achten. Temperatur und Luftfeuchte nehmen großen Einfluss auf das Quell- und Schwindverhalten und damit auf das Liegeverhalten und die Fugenbildung von z. B. Parkett-Fußböden. Aus gesundheitlichen Gründen (Risiko der Ödembildung) sollte die Fußboden-Oberflächentemperatur bei höchstens 25 Grad Celsius liegen.

Download von Aufheizprotokollen im Internet

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Aufheizprotokollen, die man herunterladen (downloaden) kann. In aller Regel erfüllen diese Protokolle ihren Zweck. Wenngleich formal unterschiedlich, ist es bei Ihnen allen möglich, das schrittweise An- und Abheizen mit der entsprechenden Dauer und Temperatur einzutragen bzw. zu vermerken.

Es empfiehlt sich jedoch, ein vom Estrich-Hersteller autorisiertes Aufheizprotokoll zu verwenden, da dort die empfohlenen Auf- und Abheizphasen explizit genannt werden.